Brennholz vor Holzwürmern schützen

Die verschiedenen Arten von Holzwürmern und wie Sie Ihr Brennholz vor ihnen schützen können

Wenn aus dem Brennholz unversehens ein verdächtig aussehender Käfer krabbelt, stellt sich zwangsläufig die Frage, ob es sich dabei vielleicht um einen Schädling handelt, der unter Umständen zusammen mit dem Brennholz ins Haus und damit in die Wohnmöbel gelangt, wo er als Holzwurm großen Schaden anrichten kann.

Der Name Holzwurm ist allerdings etwas irreführend, handelt es sich doch dabei keineswegs um Würmer, sondern um Insekten, die sich gerade in der Larvenphase befinden.

Die verschiedenen Holzwurmarten und welche Holzsorten sie bevorzugen

Es gibt vier Arten von Holzwürmern, die Sie kennen sollten: der gemeine Nagekäfer, der bunte Nagekäfer, der Hausbock und der Rothalsbock.

  1. Der gemeine Nagekäfer (lat.: Anobium punctatum) ist das Insekt, das man im Larvenstadium am häufigsten in Hölzern vorfindet. Gemeine Nagekäfer lieben nämlich alle Holzarten gleichermaßen und sind nicht auf bestimmte Hölzer spezialisiert. Sogar in toten Hölzern finden sich die Holzwürmer dieser Käfer, die Löcher von ein bis zwei Millimeter in das Holz bohren. Die einzige Bedingung, die für die Larvenentwicklung, die einen Zeitraum von bis zu acht Jahren umfassen kann, dabei noch notwendig ist, ist eine restliche Feuchtigkeit im abgestorbenen Holz von wenigstens zwölf Prozent.
  2. Anders als der gewöhnliche Nagekäfer hat der bunte Nagekäfer eine Holzfeuchtigkeit von mindestens 18 Prozent nötig, damit sich seine Larven optimal entwickeln können. Auch sucht der bunte Nagekäfer bevorzugt Laubbäume wie Eichen und Weiden auf, und besonders gern legt er seine Eier in Holz ab, auf dem Pilze sprießen.
  3. Der Hausbock (lat.: Hylotrupes bajulus), den wir in heimischen Wäldern gar nicht mehr vorfinden, versteckt seine Larven am liebsten in Nadelhölzern. Die Feuchtigkeit des Holzes muss zwischen 12 und 35 Prozent liegen. Eine Besonderheit des Hausbocks ist, dass frisches Holz vor ihm sicher ist, ganz im Gegensatz etwa zu Dachstühlen, in denen die Larven dieses Käfers besonders gut gedeihen. Die Eiablage des Hausbocks umfasst übrigens lediglich einen Zeitraum von vier Wochen, da er die Eier nur in der Zeit ablegt, in der er fliegen kann.
  4. Der Rothalsbock, dessen Männchen meist ockerfarben und dessen Weibchen rötlich-braun gefärbte Flügeldecken besitzen, benötigen wie der Hausbock Nadelholzgewächse, die eine Feuchtigkeit von mindestens 25 Prozent aufweisen müssen.

Woran man einen Holzwurmbefall am Brennholz und an alten Möbeln erkennt

Sollten Sie es neben dem Brennholz plötzlich krabbeln sehen, heißt es ruhig Blut zu bewahren! Ob es sich nämlich tatsächlich um den befürchteten Holzwurm handelt, lässt sich ganz einfach daran erkennen, dass sich kleine runde Löcher im Holz finden. Können Sie solche Öffnungen nicht entdecken, ist es zum Glück kein Holzwurmbefall, sondern eben nichts weiter als ein kleiner Käfer, der von ganz woanders hergekommen ist.

Sind Sie Liebhaber von Antiquitäten und möchten sich Ihr Heim mit alten Möbelstücken verschönern, ist besondere Vorsicht angebracht: Bevor Sie alte Möbel im Haus aufstellen, sollten Sie gründlich nach etwaigen Löchern Ausschau halten, die auf den Befall durch Holzwürmer hinweisen. Sind solche Löcher vorhanden, was bei alten Möbelstücken recht oft der Fall ist, gilt es herauszufinden, ob die Löcher alt sind oder ob gerade Holzwürmer aktiv sind. Kommt Holzmehl aus den Öffnungen, dann ist der Fall klar – da lebt was!

Ein Tipp: Um leichter erkennen zu können, ob und wo aus den Bohrlöchern Holzmehl austritt, ist es hilfreich, ein dunkles Tuch oder sonst etwas Dunkles unter das entsprechende Möbelstück zu legen, da man darauf das helle Holzmehl besonders gut sieht.

Droht Ihren Holzmöbeln Gefahr durch Holzwürmer?

Und was ist, wenn das Kaminholz tatsächlich von Holzwürmern befallen ist? Sind nun auch Ihre ganzen Möbel und Holzverkleidungen in Gefahr? Ganz zerstreuen kann man diese Ängste leider nicht. Aber zumindest dann, wenn Sie Ihre Wohnräume normal heizen und damit für eine ziemlich niedrige Luftfeuchtigkeit sorgen, finden die Käfer so schlechte Bedingungen vor, dass die Gefahr, die von befallenem Brennholz für die Möbel ausgeht, sehr gering ist.

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Mit diesem Brennholz sind Sie sicher vor Holzwürmern

Wie hoch das Risiko eines Befalls durch Holzwürmer ist, hängt von der Art des Brennholzes ab, das Sie benutzen:

  •  Die größte Gefahr für Holzwurmbefall liegt bei großen Mengen und jahrelang gelagertem Brennholz vor, wobei es regional verschieden ist, ob die Insekten ihre Löcher schon nach drei Jahren oder erst sehr viel später in das Holz bohren.
  • Beziehen Sie Ihr Kaminholz von einem Händler, dann besteht entweder überhaupt keine Gefahr oder aber sie ist äußerst niedrig. Im ganz sicheren Bereich sind Sie bei Brennstoffhändlern, die kammergetrocknetes Kaminholz anbieten. Etwaige Insekten überstehen die speziellen Verfahren zur Trocknung des Holzes nämlich nicht. Ist das Brennholz nicht hitzebehandelt, sondern nur luftgetrocknet, kann das Risiko eines Befalls zwar nicht ganz ausgeschlossen werden, aber es zumindest sehr gering.
  • Bei Holzbriketts, die aus Sägemehl und Holzspänen hergestellt werden, kann völlige Entwarnung gegeben werden. Schon ab 55 Grad Celsius gehen Holzwürmer zugrunde, die Trocknungstemperatur bei Holzbriketts liegt aber mit mehr als 60 Grad Celsius noch darüber. Zudem werden die Briketts unter enormem Druck fabriziert, was die Insekten ebenfalls nicht überleben können.


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